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Koziol - Geburtstagsfeier


Odenwälder Echo - Freitag, 30. November 2007

Geburtstagsfeier vor der Alten Fabrik

Firmenfest – Zum achtzigjährigen Bestehen lädt Koziol Mitarbeiter sowie Kunden und Freunde des Hauses ein

 

Von Ernst Schmerker

MICHELSTADT

Keineswegs alltäglich ist die Entwicklung eines Unternehmens, das am Dienstag auf den Tag genau 80 Jahre alt geworden ist. Es ist die Firma Koziol Geschenkartikel GmbH, deren hochwertige Kunststoffprodukte von der Werner-von-Siemens-straße in Erbach aus heute in die ganze Welt gehen.

Als der arbeitslos gewordene Firmengründer Bernhard Koziol mit 19 Jahren aus Scham nicht selbst, sondern durch seine Mutter Johanna auf dem Gewerbeamt eine Elfenbeinwerkstatt anmelden ließ, ging es ihm eigentlich mehr ums Überleben. Begabt war er, in einer Elfenbeinwerkstatt hatte er sich als Handlanger die Kenntnisse angeeignet, die ihn befähigten, mit einer umgebauten Nähmaschine und kleinen Instrumenten in einem gleichzeitig als Wohn- und Schlafzimmer dienenden kanonenbefeuerten Raum mit dem Schnitzen zu beginnen.Eine Werkbank kam hinzu und die ersten klassischen Blumen- und Tiermotive aus Elfenbein entstanden. Der Absatz florierte, und schon 1930/31 schnitzten in einer in Selbsthilfe zur Werkstatt umgebauten Scheune angestellte Handwerker Mode-Artikel jener Zeit, vorwiegend Rosen-, Narzissen- und Edelweißschmuck, doch auch kleine Elefanten und andere exotische Tiere.

Mit Anschaffung der ersten Spritzgussmaschinen 1935 war es möglich geworden, größere Stückzahlen preisgünstig zu produzieren. Von mehr als 150 Mitarbeitern wurden 1940/41 im neuen Fabrikgebäude an der Frankfurter Straße in Michelstadt bald nicht mehr nur Bijouterie-Waren produziert, sondern auch kriegswichtige Güter.

 

Als die amerikanischen Soldaten 1945 die unversehrt gebliebene Betriebsstätte beschlagnahmt hatten, bekundeten sie bald auch ein Interesse an erinnerungswerten Souvenirs in Form von Dienstabzeichen und Uniformbroschen, die nun von Koziol hergestellt wurden. Artikel des täglichen Bedarfs kamen hinzu, Kämme und Knöpfe als beliebte Tauschwaren. Viele Flüchtlinge wurden eingestellt, doch Bernhard Koziol gab ihnen nicht nur Arbeit, sondern besorgte den neuen Mitarbeitern eine Unterkunft, im Krankheitsfalle auch eine Fahrgelegenheit zum Arzt.

Als er selbst im Winter 1950 mit seinem VW-Käfer im Schnee stecken blieb und im Blick durch das Rückfenster drei Rehe im Schneegestöber stehen sah, war die Idee der Schneekugel geboren. Als eine Erinnerung an die eigene Kindheit sorgten sie auf der ganzen Welt für leuchtende Augen. Sehr früh nutzte Bernhard Koziol die neu erwachte Reiselust der Deutschen zur regelrechten Entwicklung einer Souvenirkultur, für die als meistverkauftes Beispiel der „Goldene Hirsch“ stand. Plastik, das Material der neuen Konsumgesellschaft, sorgte für einen Boom. Kunststoff stand für Fortschritt und Dynamik, prägte das Bild von Lebensträumen. Das in Erbach neu entstandene Werk mit einer der modernsten Spritzgießereien ermöglichte es, neue Kollektionen ins Programm zu nehmen.

Im Alter von 71 Jahren gab Bernhard Koziol 1980 sein Lebenswerk in die Hände seiner Söhne Bernhard und Stephan. Als Sohn Bernhard Koziol starb, übernahm Bruder Stephan die Leitung aller Unternehmensbereiche. Durch weltweite Kontakte zu den bekannten Designern Allesandro Mendini, Mariscal, Peter Neumann oder Platt & Young wurden bedeutsame Kollektions-Impulse gegeben.

 

Heute werden 70 Prozent der 1200 Design-Produkte „ideas for friends“ exportiert. Es sind dies noch immer Traumkugeln, Geschenke, Nützliches und Schönes für Küche, Bad, Büro und den übrigen Wohnbereich.

Stolz ist Stephan Koziol auf die am späten Dienstagnachmittag zur Geburtstagsfeier vor der ehemaligen Produktionsstätte in Michelstadt geladenen ehemaligen und gegenwärtigen Mitarbeiter, auf die er sich immer verlassen konnte. Ihnen alle schüttelte er die Hand und stellte hocherfreut seine erst gut zwei Wochen alte Tochter Johanna vor, deren Urgroßmutter mit der Gewerbeanmeldung ja den Grundstein gelegt hatte. Und weil viele Mitarbeiter wie in der Anfangszeit noch immer fast familiären Anteil am Firmengeschehen nehmen, waren alle hoch erfreut über die Ankündigung des Chefs, auch künftig nur vor Ort in Deutschland zu produzieren. Bis zu der offiziellen Geburtstagsfeier in der zweiten Hälfte 2008 soll sogar noch eine „gläserne Fabrik“ fertiggestellt sein, die es Kunden und Schaulustigen ermöglicht, den ganzen Produktionsablauf mit den eigenen Augen zu verfolgen.

Bürgermeister Reinhold Ruhr, der auch im Namen seines Erbacher Kollegen Harald Buschmann gratulierte, rühmte diese „Ideenschmiede im Odenwald“, die der Welt zeige, welche Leistungen erbracht werden können. Kein Wunder, dass bei solchen Worten ungeachtet der winterlichen Temperatur viele recht lange aushielten und mit Glühwein auf eine gute Zukunft anstießen.

 

Copyright © Odenwälder Echo - Zeitungsartikel vom 30. November 2007

 

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